casi-abi 04
 

thorsten








it‘s only rock ’n’ roll


*26.01.1985 – Englisch, Bio
Frühstück? Schlaf. Wie den Kaffee? Schwarz. Von wem Kaffee? Immer noch Brody Dalle. Die oder das Nutella? Das. Lieblingsschlumpf: Der rote Feuerwehrschlumpf, der keinen Rasierapparat hat. Tolle Worte mit T, H, O, R, S, T, E und N? Tomorrow HOist Rain Sins That feel ENd. Wohin? Johnsburg, Illinois, oder Mayors Income, Tennessee. Lieblingskinderbuch: Ich hab immer Asterix gelesen. Bücher und Musik... Steinbeck, Faulkner; Waits, Cash. Zitat: „The round stones have spent a long time looking at the sun.“


Wenn Ihnen im Rauchergarten ein Mensch mit dem Erscheinungsbild eines englischen Gentlemans, mit einem Regenschirm unterm Arm und mit einer als Mütze getarnten Melone entgegenkommt, wissen Sie, dass es sich um Mr T. Burkhardt handelt. Er gehört aber zu der militanten Nichtrauchergruppe im Rauchergarten. Noch nicht überzeugt, dass ER es ist? Dann haben wir noch ein paar kleine Testfragen, mit denen Sie auf Nummer Sicher gehen können: Zum Beispiel „Können Sie mir zum Thema X ein passendes Simpsons-Zitat bringen?“. Wenn er das kann, ist er’s.

Oder: „Wie juckt man sich in Frohnlach richtig hinterm Ohr?“ Wenn er dann den passenden Paragraphen aus dem „Buch der Frohnlacher“ vorträgt, ist er’s. Noch eine gefällig? Fragen Sie einfach „Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?“. Die passende Antwort kennt nur einer, nämlich von den Erbsen und den Kartoffeln. Nun kann man davon ausgehen, dass man den echten Mr T. Burkhardt vor sich hat. Nun geben wir Ihnen ein paar Vorschläge für interessante Gesprächsthemen, die Sie nun anschneiden können: Wenn Sie Japan-Freak sind, sind Sie genau richtig. Als Besitzer eines Samuraischwertes und fähig, mit diesem präzise Schläge zum Beispiel auf Baumspitzen auszuführen, kennt er sich auch bestens mit der dortigen Mythologie aus. Wollten Sie nicht immer schon die neuesten Erhellungen über die „Sengoku Jidai“-Periode erfahren?

Dann warten Sie nur auf folgenden Satzanfang: „Ist dir bewusst, dass die Samurai...“. Es ist klar, zu irgendwas muss das Computerspiel „Shogun“ schon gut sein. Sein sonst sehr pazifistisches Gebaren ändert sich schlagartig in der Nähe eines PCs. Mit eisenharter Miene sitzt er auf diversen Netzwerkpartys im Yoga-Sitz vor dem Monitor, nippt an einem Gläschen grünen Kaktus-Tee, während er ganze Schlachtreihen ins Verderben schickt. Wenn nicht dort, dann trifft man ihn zu Hause an, bei Antitätigkeit. Und immer öfter beim Rollenspielen. Das dann in so abgelegen Orten wie Watzendorf, Limmersdorf – oder Sonnefeld! Nachwirkungen kann man auch im Gespräch erleben, wenn er sich dann mal ganz kurz zum Constantin in die andere Ecke des Rauchergartens wendet und Sachen sagt, wie: „Wenn de den original Mirumoto als ancestor nimmst, dann zählt dein school rank als ob du einen höher wärst. Des gilt aber nur, wenn de Mirumoto Bushi bist.“ Darauf antwortet der Constantin dann: „Das kostet aber 15 Punkte!“.

Und schon gehört Mr T. Burkhardt wieder ganz Ihnen. Apropos 15 Punkte, in der Schule war er immer ziemlich gut, ohne viel Emotionen, und ohne sich irgendeine größere Lernanstrengung anmerken zu lassen. Alles in allem halt ein intelligenter und weitsichtiger Mensch, ohne zu übertreiben. Können Sie auch feststellen, wenn Sie das Gespräch auf das Thema Musik lenken. Unbeeindruckt von der Popmusik, die oft im Hintergrund aus dem Fernseher in seinem Zimmer dröhnt, liegen seine Vorlieben eher in den 159 Alben von Bob Dylan, die er ohne Ausnahme alle besitzt, oder bei „The Who“ und deren Schlagzeuger Keith Moon, den Mr T. Burkhardt als passionierter Learning-by-Doing-Trommler verehrt. Neben sämtlichen alternativen Liedern der 60er ist er auch bei „indie“schen Klängen wie von „Refused“ daheim.

Falls Sie ihn dennoch einmal außerhalb von LANs, Rollenspielen und seinem Haus – übrigens in Sichtweite zum „Caroll’s“ – antreffen sollten, dann sicher im Panzer, also im früh-neunziger-grünem-metallic-Golf 2, mit dem er dann im nächsten Jahr zu seinem Zivi-Platz in der heimischen Pampa fährt.

Man könnte seitenweise über Mr T. Burkhardt schreiben. Aber besser ist: sich selbst mit ihm unterhalten. Ein Erlebnis, das Sie nicht bereuen würden, versprochen. Einfach WUNDERBAR.