casi-abi 04
 

peter







medizin deines lebens


*20.09.1984 – Griechisch, Bio
Was gibt‘s zum Frühstück? Gar nichts. Wie magst du deinen Kaffee? Ich trinke keinen Kaffee; aber wenn, dann schwarz. Von wem möchtest du dir deinen Kaffee servieren lassen? Lukas Podolski. Die Nutella oder das Nutella? Die Nutella. Lieblingsschlumpf: Muffi. Tolle Worte mit P, E, T, E und R? Pessimistisch, ernst, Tabletten, einfühlsam, ratlos. Wo soll‘s noch hingehen? Nach Israel. Lieblingskinderbuch: Der kleine Prinz. Bücher und Musik... Herr der Ringe; alles außer Black- und Elektro-Mist. Zitat: „Tu bloß nicht so, als wolltest du mit mir reden. Ich weiß, du hasst mich.“


Dienstagmorgen, 8:25 Uhr. Ein sichtlich verschlafener, ausgelaugter und leidgeprüfter Kopf – die Haare sind in dunkelstes Schwarz gefärbt – erscheint in der Tür zu der Kammer, in der der Griechisch-„Leistungs“kurs haust. „Moggän, ich hab verschlafen, und der Busfahrer, der blöde Penner, ist zu früh gefahren. Oh Mann, und letzte Nacht, ich konnt‘ gar net schlafen. Dann bin ich endlich mal um vier eingepennt, da weckt mich mein Bruder und fragt mich, ob ich gestern noch getankt hab. So ein Depp!“ Auch der letzte noch so verschlafene Kursteilnehmer merkt jetzt, dass „Uns“ Peter den Raum betreten hat. Dieser sonst recht umgängliche Wahl-Ahorner hatte zu solch früher Stunde wahrlich noch lange nicht seine Bestform erreicht. Doch wann er sie erreicht hat oder ob diese schon überschritten war, blieb seinen Mitmenschen auch den restlichen Tag verborgen.

20 Minuten später. Raucherpause. Alle atmen erleichtert auf. Nur Peter nicht: „Oh Mann, mein Rücken, der bringt mich heute wieder um! Hier, genau HIER tut’s weh, hier in der Seite. Du, du Caro, kannste mich vielleicht mal massieren? Des is sooooo schlimm. Daniel, hier, an der Seite, genau DA, da tut’s tierisch weh, fühl mal.“ Doch damit ist Peters ganz persönliche Passionsliste – im Übrigen original aus dem Pschyrembel – noch lange nicht am Ende. Bis zur ersten großen Pause hat sich sein Schmerz-Epizentrum mehr zur Hüfte hin verlagert, was dem Jammerfaktor aber keinen Abbruch tut. Wer denkt, dass dies schon die ganze Liste an Schmerzen darstellt, hatte sich ziemlich getäuscht. Nun war der Kopf dran und wurde mit solchen Schmerzen malträtiert, dass Peter sogar Frau Lenz um Schmerzmittel anpumpte: „Frau Leeeeenz, ham sie maal ne Aspirin für miiiich?“ „Ach, mein Peterle, ich kann dir nur welche gegen Migräne geben oder gegen Halsschmerzen oder Schlafmittel oder…“ Sie leert ihre Tasche aus. Unzählige Papp-Verpackungen erscheinen. „Wow, danke, Frau Lenz. Nehm ich alles. Danke!“

An dieser Stelle sollte aber auch auf Peters Drüsenproblematik hingewiesen werden, die in letzter Zeit immer stärker in rhythmischen Schüben erfolgt: „Boah, ey, ich schwitz‘, ey, wie Sau du, kammer net ma a Fenster aufmachen.“

Sofort beginnt er sich den Schweiß von der Stirn zu schaufeln, reißt an seinem T-Shirt und zieht ein Blatt aus seinem mit Elbenschrift nahezu komplett zugekleisterten Ordner, um sich Luft entgegen zu fächern. Eine solch aride Umgebung tut Peters sensiblen Händchen natürlich nicht gut, weswegen er regelmäßig die Handcremetuben seiner weiblichen Mitschüler und Lehrkörper in Anspruch nahm.

Auch oder gerade wegen seiner, zugegebenermaßen nicht gerade wenigen, Macken war er stets sowohl bei der Lehrer- als auch bei der Schülerschaft überaus beliebt. Doch auch bei diversen Notfällen, seien sie schulischer oder privater Art, stand einem Peter stets mit Rat und Tat zur Seite. Auch in den dunkelsten Phasen der Schulzeit, die in der Facharbeit und natürlich dem Abi ihren absoluten Höhepunkt erreichten, half einem Peter, den Kopf nicht zu verlieren und wieder den Blick für das Wesentliche zu bekommen.

Danke, Peter, für neun tolle Jahre! Viel Glück für Deinen weiteren Weg!