casi-abi 04
 

gk reli - ev.








am anfang war der manfred ... und dann kam doris

Wir waren die Letzten! Der letzte Reli-Gk des sagenumwobenen Dr. Manfred Keßler! Juhu! Wir kamen noch ein letztes Mal in den Genuss, bei ihm Unterricht zu haben, er kam noch ein Jahr in den Genuss, uns zu unterrichten und zu versuchen, uns etwas theologisches Verständnis beizubringen, bevor er auf seinem geliebten Kreta seinen Zweitwohnsitz (jetzt wohl schon eher Hauptwohnsitz) einrichten durfte.

Dank seiner liebenswert amüsant-verstreuten Art hat er es geschafft oder zumindest versucht, uns so den Stoff näher zu bringen, dass kaum schlechte Noten in den Klausuren und angesagten Exen herauskamen. Dank Herrn Keßlers einzigartiger Klausurenkorrektur und individuell abgestimmter Abfragetechnik kamen immer erfreuliche Noten heraus. So konnten sprachliche und gedankliche Verständnisprobleme seines selbst geschriebenen Schulbuches, die sich auch in den zwei Jahren der Kollegstufe kaum verbesserten, vernachlässigt werden. Zum Beispiel verwirrte der Satz: „So heißt von der Gegenwart reden in Jesu Verkündigung von der Zukunft reden und von der Zukunft reden von der Gegenwart reden“, einen Großteil seiner Kursteilnehmer. Weniger engagiert war unser Kursleiter in der Erklärung solcher Aussagen, denn mehr Engagement zeigte Herr Keßler wie jedes Jahr beim Suchen von Brieffreunden für Schüler aus Tansania, für die er in unserem Kurs hohen Anklang fand. So gingen einige Relistunden drauf, den richtigen Brieffreund aus den Briefen zu wählen, anschließend sich von irgendjemandem ein Blatt zu leihen, um dann die Antwort in der zweiten übriggebliebenen Stunde zu schreiben. Wann immer ein weiterer Antwortbrief kam, brach Freude in unserem Kurs aus, und die Stunde war verplant. Doch dies und alle anderen Privatgespräche nahm Herr Keßler mit einer Leichtigkeit hin, die wir so an ihm schätzten.
Lieber Herr Keßler, wir bedanken uns für Ihren geistlichen Beistand in den letzten acht Jahren sehr herzlich und wünschen Ihnen und Ihrer Frau viel Spaß und eine schöne Zeit auf Kreta.


Im zweiten Jahr bekamen wir weibliche Unterstützung von unserer Frau Thal. Hoch motiviert ging sie ans Werk, und schon bald wurde uns klar, dass Reli noch diskussionsfreudiger ablaufen kann als bisher geglaubt. An dieser Stelle möchten wir Julian danken, der es aufgrund seiner Redefreudigkeit immer wieder schaffte, Frau Thal von ihrem Unterrichtskonzept abzubringen. „Julian, nein, wir müssen jetzt wirklich mal weitermachen. In zwei Wochen ist Klausur!“ Dennoch gelang es ihr auf wundersame Weise, uns über Themen wie die Zwei-Reiche-Lehre, Utilitarismus und Immanuel Kant aufzuklären. Aber sollten Sie nun denken, dass der Gk Reli nur gearbeitet hätte, täuschen sie sich. Kleine spannende Geschichten, wie die folgenschwere Entsorgung ihres Fernsehers oder ihre Phobie gegen blutige Filmszenen, sorgten bei den Kursteilnehmern für allgemeine Heiterkeit. Darüber hinaus erfuhren wir, dass es Hosenanzüge in jeder erdenklichen Farbe gibt; dass ein herzhaftes Lachen jeden aus dem Schlaf reißen kann und dass Blätterstapel, so groß sie auch immer sein mögen, geordnet sein können. Ebenso ist es Frau Thal zu verdanken, dass ihre vier Abiturschäfchen sowohl schriftlich als auch mündlich brillierten, wobei sicherlich das eigens für die Prüflinge gesprochene Gebet von Frau Thal zur bravourösen Leistung der vier beitrug. DANKE!

Liebe Frau Thal,
für den unermüdlichen Einsatz, uns ethische Entscheidungen, den Begriff Moral, Euthanasiefragen, lutherische Lehren und die Frage der Theodizee näher zu bringen danken wir Ihnen sehr herzlich. Ebenso für Ihre tolle Gesangsperformance am Abischerz, die so rockte, dass sich einige im Hoffmannschen Chor eine Scheibe abschneiden sollten. Wir wünschen Ihnen auch weiterhin Kurse, die gerne diskutieren und hoffen, dass all Ihre Gebete auch weiterhin so gut in Erfüllung gehen werden.